Morgen geht´s los – Endlich! Das 2. Hamburger Chili Cook-Off

Hier der Zeitplan :

10:00 Uhr Start der Veranstaltung – Begrüßung – Verlosung der Kochplätze – Aufbau – Kochstart

14:00 Uhr Mini Workshop an der Marktküche: Die 12 Schritte zum besten Chili

15:00 – 16:00 Start der Verkostung „Jury´Choice“ und „People´s Choice“

16:00 – 17:00 Uhr Verkündung der Gewinner der „Jury´s Choice“, Preisvergabe

Kommt zahlreich, verkostet für die „People´s Choice“, fachsimpelt mit den Teams, schaut euch die tolle Location an….

Frank X. Tolbert: Die ersten Cook-Offs

Tolbert Bowl of Red

Hier zum ersten mal auf Deutsch zu lesen, exklusiv bei Schürings Chili:

„Die ersten Cook-Offs“ aus dem legendären „A Bowl of Red“ vor Frank X Tolbert. Mit freundlicher Genehmigung der Familie Tolbert. Übersetzung: Klaus und Michael Schüring

1967 Allen Smith vs. Wick Fowler

Als Tom Tierney und ich die Idee einer Chili – Weltmeisterschaft  hatten, konnten wir uns wegen der Abgelegenheit von Terlingua nicht vorstellen, dass diese gut besucht würde, da Terlingua 80 Meilen von der nächsten richtigen Stadt entfernt ist.

Wir glaubten, dass ein großes Charterflugzeug aus Dallas und eines aus Los Angeles (wo die Chili-Heads ungewöhnlich aktiv sind) ausreichen würden für alle die hinwollen.

In seiner „Chili Rubrik“ für den San Antonio Express drückte Maury Maverick seine Sorge aus, das nicht viele Verbände der CASI (Chili Appreciation Society International) dort auftauchen wollen würden und jene, die es täten wären nach Shakespeare „Uns wen’ge, uns beglücktes Häuflein Brüder:“

Wie sich herausstellte, waren 209 Verbände aus allen Bereiche der USA vertreten; einige kamen in Jets, einige in Propellerflugzeugen, einige in DC-3s, und zusätzlich in noch 20 kleineren Flugzeugen neben vielen anderen, die anderweitig motorisiert kamen.

Mrs.  Harold Wynne, die Frau des Chiracahua Ranch Vorarbeiters, bekommt ihre Post in Terlingua, obwohl sich die Ranch oben in den sogenannten Weihnachtsbergen befindet. Die Ranch ist 35 Meilen von der Post entfernt, davon siebzehn Meilen über eine Wüstenstraße, die von Dave Witts die „Terlingua Autobahn“ genannt wird.

Frau Wynne ist eine ausgezeichnete Köchin und am Kochen überaus interessiert. Nach dem ersten Cook-Off entschied sie aber, Terlingua fernzubleiben wenn die Chili Heads dort sind.

„Der Grund ist, dass Dein erstes Cook-Off bei Ihr einen Nervenzusammenbruch verursacht hat“ erzählte mir Harold Wynne.“Es waren diese Kalifornier derentwegen Sie sich aufgeregt hat, so wie dieser garstige Lump eines „Mönchs“ und der Kalifornische Chili-Champion „Wino Woody“.

Aber auch einige der Texaner haben es ziemlich auf die Spitze getrieben als sie Gäste auf der Ranch waren.

Carroll Shelby´s zweimotorige Maschine war die erste, die beim Cook-Off von 1967 ankam. Shelby, damals ein bekannter Rennfahrer, brachte ungefähr zwei Dutzend Leute aus Kalifornien mit, darunter zwei sehr gut aussehende Schwedinnen und einen Mann der „Vater Duffy“ genannt wurde, gekleidet in einer mittelalterlichen Robe und einfachen Sandalen.

Shelby´s Flugzeug landete auf der einfachen Piste in der Nähe des Chiracahua Ranch Hauptgebäudes. Viele der Leute, die zum ersten Cook-Off kamen, übernachteten in Chiracahua, da es in Terlingua keine angemessenen Unterkünfte gab.

Gary Cartwright schrieb in seinem Report in der „Sports Illustrated“, „Vater Duffy kam in Verstärkung von zwei weiblichen Freundinnen an“. Dabei bezog er sich auf die blonden Schwedinnen, in Wahrheit Freunde von Carroll Shelby, der zu der Zeit Junggeselle war. Vater Duffy war tatsächlich eine Art Hochstapler, ein üblicherweise gesitteter, verheirateter Kalifornischer Geschäftsmann. Wahrscheinlich trägt er Mönchsroben nur zu Chili Cook-Offs. Seine Frau ist ausgeflippt als sie den Text las, in dem behauptet wurde, der falsche Mönch hätte ein oder mehrere Freundinnen als Anhängsel nach Terlingua mitgebracht.

Cartwright und H. Allen Smith versahen Ihren Report des ersten Cook-Offs mit einigen interessanten Ungenauigkeiten.

Zum Beispiel waren weder Maury Meverick noch Ich an jenem Morgen zwischen Alpine und Terlingua unterwegs. Ich war auf einer Bootstour auf dem Rio Grande und Mary war in den Chisos Mountains. Doch Smith hatte folgendes über seine Reise von Alpine zum Ort des Cook-Offs zu sagen: „Wir starteten südlich von Alpine und nach ungefähr 5 Meilen meinte ich Maury Maverick und Frank Tolbert hinter einer Ansammlung von Kaktusbüschen herumschleichen zu sehen. Ich konnte nicht feststellen ob sie eine Art Hinterhalt planten, deswegen nahm ich an, dass Sie dort Würfelspiele trieben…Tolbert hat so ein paar Würfel die eine seltsame Neigung zum überkippen haben, bevor sie liegenbleiben…Wir eilten weiter nach Terlingua…

Über Dr. Brownie McNeill, den Präsidenten des Sul Ross State Teachers College in Alpine, konnte ich ein paar Schulbusse organisieren, welche die Chili Heads vom Chiracahua Hauptquartier (wo viele von Ihnen draußen in Schlafsäcken die Nacht verbrachten) nach Terlingua transportierten. Cartwright schrieb, dass einer der Schulbusse „beinahe einen Berglöwen überfahren hätte“. Nun, es gibt zwar in der Gegend einige Berglöwen, aber kaum welche, die so tölpelhaft gewesen wären, sich runter in die Wüste zu begeben, um sich dann von einem langsam fahrenden Bus überfahren zu lassen.

H.A. Smith war genauer in der Beschreibung der Ankunft des Schulbusses:

„Ein Bus tuckerte auf das Gelände und es entlud sich ein guter Teil der noblen Mitglieder der Chili Appreciation Society International. Sie waren unrasiert, rotäugig und versuchten ihren Missmut zu verbergen. Vielleicht war es nur meine Einbildung, aber meine Nase meinte, Ziegengeruch wahrzunehmen.“

Seine Nase lag richtig. In der Nacht zuvor hatten, nachdem die Delegierten genug getrunken und sich in Ihre Betten gerollt hatten, von denen einige draußen und einige in einer geziegelten Garage unter dem Haus standen, die Hirten ein paar Ziegen über die Schlafenden treiben lassen um die Nacht etwas spannender zu machen. Das Gedränge zwischen den Ziegen und den plötzlich aufgewachten Chili Heads war in der Garage besonders munter.

Einer der Cowboys galoppierte mit seinem Pferd durch die schmalen Streifen zwischen den Schlafsäcken auf dem Hof. Dieser Nervenkitzel blieb den Garagenschläfern erspart.

Zu Beginn des 1967 Wettbewerb wollte Zeremonienmeister Bill Rives (der auch Hausdichter der CASI ist) Smith mit einer Proklamation des Gouverneurs John Conally vorstellen, welche ihn zum Ehrenbürger von Texas ernannt habe.

Smith weigerte sich harsch mit der Bemerkung, „Ich habe keine Pläne, mich während meines Aufenthalts in Texas irgendwie ehrenhaft zu benehmen.“

Eine Prophezeiung die sich bewahrheiten sollte.

Die Richter beim ersten Cook-Off waren Davis Witts, Bürgermeister von Terlingua, Floyd Schneider, ein Geschäftsführer der Lone – Star Brauerei in San Antonio, und Friedensrichterin Hallie Stillwell aus Alpine.

In seinem „Sports Illustrated“ Bericht erklärte Gary Cartwright dass Mrs. Stillwells Gericht sich „in Hells Half Acre“ befinden würde“ und „Der CASI erst wesentlich später mitbekam dass sie H. Allen Smiths Cousin“ war.

Nun, „Hells half Acre“ sind tatsächlich 13 Hektar ödes Grasland der „Gage Holland Ranch“ in Brewster County, dort gibt es aber keine Stadt oder einen Sitz für ein Gericht. Und Mrs. Stillwell ist mit Smith nicht blutsverwandt, obwohl sie seine loyalste Freundin war, seit er Einwohner von Alpine wurde und die dortigen Gefühle verletzte, nachdem er wiederholt in Magazinen und Talkshows mit seiner Aussage zitiert wurde, es gäbe  „ mehr gierige, geldraffende Hurensöhne pro Kopf in Alpine, Texas, als in jeder anderen Stadt die ich gesehen oder von der ich gehört habe“

Obwohl das Kochen erst mittags starten sollte, kam Smith mehr als zwei Stunden zu früh. Er wirkte nervös und trug einen Gürtelholster mit Waffe. Später behauptete er, dass hinter dem Saloon ein Schuss abgefeuert wurde, nachdem er auf der Veranda der Chisos Oasis angekommen war. Niemand sonst hatte einen Schuss gehört.

Wickford Fowler sah müde aus, als er gegen 11:30 auf dem Vorbau des Saloons auftauchte. Es gab gute Gründe für sein müdes Aussehen, nachdem er die Nacht auf einer Ranch verbracht hatte, wo zu den anderen Gästen Vater Duffy, der kalifornische Champ Woodruff, „Wino Woody“ De Silva und andere rauhe Typen gehörten.Dazu kam, dass auf der Chiracahua Ranch niemals jemand ausschlief. Vormann Wynne ist bekannt dafür, seine Gäste vor Sonnenaufgang mit den Worten zu wecken „Aufstehen! Die Nacht ist nicht lang auf Chiracahua“

Was Smith noch nicht wusste, war, dass Maverick, der Smiths Beleidigungen satt hatte, sein Richteramt zurückgezogen hatte. Tolbert wurde gegen den Willen von Smith als Schiedsrichter zugelassen.

Fowler und Smith bauten Ihre Töpfe und Gasbrenner auf der Veranda auf. Da der Anblick, die Geräusche und der Geruch zweier Männer, die zwei Stunden oder länger  über Ihren Chili Töpfen werkeln, die Masse schnell gelangweilt hätte spielte eine Band Musik.

Maggie Cobos, der führende Verpflegungswagenkoch des Big Bend, servierte die Lieblingsspeise der Cowboys: „Hurensohn – Eintopf“ (SonofabitchBrew) und gegrillte Ziege. Als die Zeit kam, das Chili zu probieren, wurden den Richtern die Augen verbunden, obwohl das nicht unbedingt nötig gewesen wäre, da die Richter wussten, dass Smiths Rezept Bohnen beinhaltete, während Fowlers klassisches Texas – Rezept nur aus Fleisch und Gewürzen Bestand.

Fowlers´s Chili bekam die Nr. 2, Smiths die Nr. 1, beziehungsweise das waren die Nummern welche die Richter angeben sollten.

Nach Ansicht einiger echter Experten, die später aus dem Topf probierten, hatte Fowler großartiges Chili gekocht, eines der besten des Meister.

Smith Chili war wie erwartet. Elizabeth Taylor hätte es geliebt. (Elizabeth Taylor hatte einmal Ihr Chili-Rezept veröffentlicht, welches –u.a. weil viel zu mild- bei vielen Chili Fans nur Kopfschütteln hervorrief.)

Richterin Stillwell probierte als erstes. Sie aß einige Löffel voll Fowlers Chili mit offensichtlichem Genuss. Dann nahm sie einen kleinen Bissen voller Bohnen vom Smith – Topf. Und dann bewies sie ihre Freundschaft zum Mann vom Mount Kisco, New York: „Ich stimme für das suppige, ich meine ich stimme für Nummer 1.“

Richter Schneider war der nächste. Er nahm einen guten Happen von Smiths Topf, versuchte seine Fassung zu bewahren und versagte.

Dann verschlang der Kenner aus San Antonio gierig Fowler´s Chili.

Er stimmte für Wick Fowler.

Der letzte war Richter Witts.

Er schaffte es erst gar nicht zu Fowlers Chili. Er nahm einen Mund voll Smiths Komposition. Sein Gesicht wurde rot und verzerrte sich. Er schien Krämpfe zu bekommen und fiel auf den Boden der Veranda.

Nachdem man Bürgermeister Witts wieder auf die Beine geholfen hatte, fand er endlich seine Stimme wieder und erklärte, dass seine Geschmacksnerven gelähmt worden wären durch den Schock des Schmeckens und Schluckens von Smiths Gebräu. Mit seinen mutmaßlich nicht funktionierenden Geschmacksnerven wäre es für Ihn unmöglich die entscheidende Stimme abzugeben.

Also gab es nichts was der Schiedsrichter tun konnte, als ein Unentschieden zu erklären. Fowler wurde bestohlen. Er hatte es verdient, mühelos zu gewinnen.

Smith hatte einiges Unhöfliches über die Richter Witts und Schneider zu sagen:

„Schneider, dieser Söldner der sich als Ersatz aufgedrängt hatte, um Maury Maverick zu ergänzen…war eine Exemplar bei dem Anthropologen die Forschung verweigern würden. Er und David Witts waren unrasiert und triefäugig nach Ihrer sündigen Nacht auf der Ranch…auf der anderen Seite Hallie Stillwell, klarsichtig, aufmerksam. Und glattrasiert.“

Es waren ungefähr 1000 Zuschauer beim ersten Cook-Off, im Gegensatz zu 5 – 20 tausend bei späteren Cook Offs. Aber diese 1000 Leute waren ziemlich laut, und im Hintergrund spielte noch die Band: trotzdem behauptete Smith er habe, als die Richterentscheidung bekannt gegeben wurde, einen Koyoten in Richtung Cigar Mountain and Fred Pass heulen gehört.

Niemand sonst hat den Coyoten heulen gehört, es sei denn es war in Wirklichkeit Cartwright. Nach Cartwrights Darstellung, behauptete er, nicht zu wissen, welcher Topf Witts mutmaßlichen „Unfall“ verursachte. Witts sagte er hat nur Soupys Pot probiert, und alle anderen Augenzeugen und der veröffentlichte Bericht (mit Ausnahme Cartwrights), stimmten mit Witts Version überein.

1968 Fowler vs. Da Silva

Allen Smith und Wick Fowler sollten ihren Chilikrieg im 1968 Cook-Off fortsetzen. Nur dass Smith mit Nesselsucht darniederlag und verzichten musste.

Woodruff de Silva, ein angesehener Flughafenberater und Designer und früherer Direktor des Flughafens Los Angeles International wurde als Ersatz für Smith im Duell mit Wickford W. Fowler eingesetzt. Mr. de Silva ist leitender Chili Head der CASI California. Er ist bekannt als „Wino Woody“ weil er ein spezielles Verhältnis zum Champagner hat. Er trinkt ausgiebig Champagner während er Chili kocht und er war frischer Kalifornischer Chili Champion als er 1968 nach Terlingua kam.

Eines ist sicher: Woody de Silva ist der ewige Champion für Eingelegtes – auf der Los Angeles Landmesse. Während der 1971er Messe gewann Wino Woody nicht nur in den meisten Wettbewerben für Eingelegtes sondern war auch erfolgreich in Mais Relish und Piccalilli. Nur sein Champagnergelee fiel bei der Messe durch.

Nach einem Triumph bei der Landmesse tönte er vor einem LA Times Reporter, welcher dann schrieb : „Der bescheidene Woody führt seinen Erfolg, 23 Jahre am Stück in den Nahrungswettbewerben der LA County Fair gewonnen zu haben, auf die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der kalifornischen Richter zurück,  die alle freundliche und charmante Ladies waren.

Er wolle nicht behaupten dass die texanischen Richter in Terlingua unehrlich sind, aber vielleicht gäbe es ja ein winziges bisschen Voreingenommenheit gegen einen Mann der Weltweit für seine kulinarischen Fähigkeiten bekannt sei und aus dem bevölkerungsreichsten Stadt der USA kommt.“

In Wahrheit ist es so, dass es immer einige Richter aus Kalifornien gab, wann immer Woody in Terlingua angetreten war.

Mr. De Silva bereitet sein Chili in einem halbmondförmigen orientalischen Topf namens Wok zu. Eins seiner Statements vor dem 68er Wettbewerb war „Fowler wird mit meiner Wok – Arbeit leicht zu besiegen sein. Ich werde nur Schwierigkeiten haben einen Brenner zu finden der groß genug ist um die Bodenplatte meins Wok gleichmäßig zu erhitzen, der ein sehr breites und flaches Hinterteil hat, so ähnlich wie mein Konkurrent Wick Fowler.“

Außerdem ließ Woody seinen Assistenten Ormly Gumfadgin Pressemitteilungen herausgeben die belegten, dass Mr. Da Silva über die ganzen Jahr erste Preise für Eingelegtes bei der Los Angeles Landmesse gewonnen hatte.

Mr. De Silvas Wok Probleme wurden gelöst als ihm in Terlingua ein starker Gasbrenner  von Archie Franis aus Tyler, Texas geliehen wurde. Dieser hatte genug Fläche um den riesenhaften chinesischen Topf zu erhitzen.

„Nun werde ich Kalifornien und meine Heimatstadt Cucamonga zum Sieg tragen“ sagte Wino Woody vor dem Kampf mit Fowler voraus. Ganz so sollte es dann nicht kommen.

Ich dachte H. Allen Smith wäre während des 68er Cook-Off zuhause auf seinem Gipfel über Alpine um seine Nesselsucht zu kurieren. Jedenfalls verfasste er einen schwer fehlerhaften Bericht über das Ereignis, insbesondere bezüglich Wino Woodys Verhalten während des Wettbewerbs. Nun ist Mr. de Silva ein guter Clown, ein kleiner Mann mit der Figur eines Brötchens. mit roter Nase, und er ist dem Trinken sehr zugeneigt. Smith vermutete, dass Woody während des Duells mit Fowler ziemlich betrunken war. Er, Woody, rutschte dreimal von der Bühne bevor er es heraufschaffte. Er hielt eine kurze Rede in dem er Harold Stassen den Gouverneur von Minnesota zum Präsidentschaftskandidaten erklärte und dankte den Menschen aus Philadelphia für ihre Freundlichkeit. Zumindest war er nüchtern genug mir zu versichern, dass eine der geheimen Zutaten um das feine Aroma seines Chili zu erzielen, neben Champagner (um das Fleisch zu marinieren und die Brühe zu verdünnen) Waldmeister wäre.

Da Silva hatte Schwierigkeiten mit dem großen Brenner unter dem Wok. Seine Kleidung war mit Champagner getränkt und er setzte sich selbst in Brand. Nachdem die Flammen gelöscht waren, erzeugte er beinahe einen größeren Brand als er versuchte ein paar Flammen unter dem Tisch seines Brenners mit Champagner zu löschen. Fowlers Chili war dem seines Gegners weit überlegen, genau wie gegen Suppen Smith im Jahr zuvor.

Aber es war nicht Wicks Bestimmung, das Cook-Off 1968 zu gewinnen.

Die Jury kam irgendwie zu einer Mehrheit mit Hilfe von Woodys Kumpels aus Kalifornien, inklusive dem Rennfahrer Carrol Shelby und dem früheren Astronauten Scott Carpenter.

De Silva hätte also beinahe unverdient gewonnen, hätte es nicht zum Schluss ein kitschig und geschmacklos inszeniertes Drama gegeben, mutmaßlich arrangiert von Presseagenten die zu viele Wrestling Kämpfe gesehen haben.

Die Richter hatten ihre Stimmen abgegeben und in die Stimmkästen geworfen. Plötzlich tauchten bewaffnete und maskierte Männer auf, Namen die Stimmkästen und warfen sie in eins der Plumpsklos über einem Minenschacht. Zu diesem Zeitpunkt waren die kalifornischen Richter schon zu besäuselt vom Champagner um weiter Entscheidungen zu treffen. Der Schiedsrichter musste erneut ein Unentschieden erklären.

1969 Fowler / da Silva / de Frates / Wood

1969 war das Cook-Off in Terlingua keine „Mann gegen Mann“ Angelegenheit mehr. Wick Fowler und Wino Woody kehrten zurück, wobei Wick es beinahe nicht schaffte – aber einige interessante Persönlichkeiten nahmen zum ersten Mal teil  ; Joe de Frates, der Illinois Chili King und C.V.Wood, Juniorchef der McCulloch Corporation (Öl, Kettensägen, Feriendomozile etc.), geboren in Amarillo, Texas, der in Kalifornien und Arizona residierte. De Frates war ein Bewohner Springfields, der Hauptstadt Illinois, die Stadt die tatsächlich behauptete, die Chili Hauptstadt der Welt zu sein. Joe de Frates erzählte, dass sein verstorbener Vater Walter Port de Frates lernte, wie man gutes Texas Chili machte als er vor dem Ersten Weltkrieg in Dallas in einem Saloon arbeitete. Chili wurde dort kostenlos als Teil des Mittagessens serviert. Sein Vater war dann nach Springfield zurückgekehrt und begann Chilli (mit zwei ll) in Dosen zu füllen, was seine Söhne fortführten, denn offenbar buchstabiert man Chilli mit zwei ll in Illinois.

Ports Bruder, Ray de Frates, gründete eine weitere Chili Marke, Rays Brand, die auch heute noch erfolgreich ist. Tatsächlich schien es in den 70ern nirgendwo in den USA  mehr Chili Restaurants zu geben als in Springfield, Illinois.

Wenn man durch die damaligen Tageszeitungen blättert, findet man dutzende anzeigen die Kneipen und Imbisse bewerben für ihr „doppeltes L“ Chili, mit Sprüchen wie „seit 27 Jahren das gleiche Chilli“, „seit 24 Jahren das gleiche Rezept“, „probieren Sie unser fettarmes Chilli“, „wenn sie nach einem Chilli suchen das ihre Nase reizt“, oder „Chilli, wie es sein sollte“. Es gab auch „Chilli und Go Go Girls.“ „Die Leute in Springfield sind verrückt nach Chilli“, erklärt Joe de Frates. „Wir haben sicher mehr regelmäßige Chili Esser als jede andere Stadt auf der Erde; unfassbar dass diese elende, flohverseuchte Geisterstadt namens Terlingua unser Springfield um den Titel als Chilli Hauptstadt bringen will.“

De Frates ist allerdings einer der angenehmsten Persönlichkeiten, die in Terlingua erschienen sind, ein großer Botschafter des Chillis für seinen Staat.

V. Wood wurde international bekannt, als er die London Bridge Stein für Stein abbaute und sie im Erholungsgebiet Lake Havasu City wieder aufbaute. Er ist auch einer der überzeugtesten Chili Heads – sein Frühstück zuhause besteht in der Regel aus einer Schüssel selbstgemachtem Chili und einer Pepsi. Er hatte einen ganzen Schrank von Kräutern und Gewürzen sowie einige geheimnisvoll Zutaten bei seinen Reisen nach Terlingua dabei. Und er behauptet, dass sein geheimes Chili Rezept welches grüne Chilis und unglaublicher Weise Limettensaft enthält, tausend Worte bräuchte um es zu beschreiben. Wood besuchte einige Texas Colleges und erlangte dann einen Ingenieurstitel an der Oklahoma Universität. Mit 28 Jahren war er als Ingenieur und Manager für das erste Disney Land aktiv.

Ich glaube das Wick Fowler der beste Chili Koch der Welt ist.

Trotzdem verlor er 1969 in einem seltsamen Wettbewerb in Terlingua. V. Wood gewann.

Ich war Schiedsrichter und ich denke, dass die meisten Richter ehrlich waren. Die meisten. H. Allen Smith war als Richter zugelassen, und ich muss sagen, dass sein Verhalten beim 69er Panel mir äußerst verdächtig vorkam.

Später in einem Zeitungsartikel gab er zu: „Ich ging zu C.V. Wood während er auf der Bühne kochte und sprach ihn freundlich an, in Hoffnung auf irgendeine Form von Bestechung, und er zischte nur „hau ab Junge du nervst.“ Er kochte ein Gebräu namens Green Chili das ihm eine Stunde später den Titel bringen sollte. Es sah grauenvoll aus…“ Nachdem er bei Wood leer ausgegangen war, wandte sich Smith an Joe de Frates.

Fowler unterbrach sein kochen um sich darüber zu beschweren, dass Smith mit dem Illinois Champion flüsterte. er empfand das als unangemessenes Verhalten eines Richters.

Wenig überraschend stimmte Smith für de Frates mit der seltsamen Begründung: „Ich stimme nicht für sein Chili, ich stimme für ihn, weil er aus Illinois kommt, wo ich geboren wurde.“

Vielleicht lag es daran, dass ich als Schiedsrichter zu viele Kalifornier in der Jury zuließ, und die nicht kalifornischen Richter durch die Jubelgruppen von C. V. Woods beeinflusst wurden, eine Gruppe wunderhübscher Mädchen, einige von ihnen Starlets, die er in seinem eigenen Flugzeug mitgebracht hatte.

Wie auch immer, Wood und sein grünes Chili gewannen die 69er Meisterschaft mit Fowler als wütendem zweiten und de Frates als dritten.

Der arme Woody de Silva hatte nichts als Ärger.

Er war ein solch sicherer Kandidat für das jährliche Championship in Kalifornien das nicht viele Chili Heads auftauchten, trotz des beeindruckenden Spruchs: „Sehen sie wunderschöne Schwedinnen Zwiebeln schneiden.“ Wino Woody hatte einen katastrophalen Trip von seinem Zuhause in Cucamonga zum 69er Cook-Off. Er kam zu spät und erzählte dass er sich auf seinem Weg in El Paso, in Juarez, Mexiko und selbst in der direkten Nachbarschaft verirrt hatte. Dann marinierte er sein Fleisch  so generös in Champagner, dass sein Chili mindestens 12 Prozent Alkohol enthielt und nicht mal nahe an seinem üblichen Standard war. außerdem hatte er den Wok unten auf der Veranda und fiel zwei Mal hinein, so dass den  Richtern beim Probieren mulmig wurde.

Einige der Abgeordneten hatten noch mehr Schwierigkeiten als de Silva, Terlingua zu finden.Eine ganze Flugzeugladung Fans aus Springfield Illinois kam um Joe de Frates zu unterstützen. Grade als sie ankamen wurde schon verkündet, dass Joe einen heißen dritten Platz gemacht hatte. Und sie wurden Zeuge wie Wick Fowler einen Anfall bekam aufgrund seiner Zweitplatzierung hinter Wood. Er schleuderte seine Trophäe in eine nahe Trennwand, wonach es dann keine Trennwand mehr war.

Das Flugzeug aus Springfield war zunächst in Mexiko gelandet.

Es gab einige vulgäre Ausbrüche in Arizona und Kalifornien nachdem C.V. Wood sein erstes World Championship gewonnen hatte.

Ich war es gewohnt, von Experten aus Arizona verhöhnt zu werden.

Zum Beispiel schrieb Bert Fireman (ein Kolumnist aus Phönix), Texas hätte „eine ungewöhnlich hohe Anzahl linkshändiger Schulkinder, die alle ihre armen kleinen Südpfötchen benutzen müssen um fettiges Texas Chili zu löffeln.“ Und ein andere Kolumnist aus Phönix, Don Dedara, erklärte: „Wenn jemals eine Barkasse mit Texas Chili im Golf von Mexiko sinken würde kann kein Reinigungsmittel stark genug sein um die Strände am Golf zu säubern.“

Es waren C.V. Wood und seine Unterstützer, die den Mut hatten, am  7. Nov. 1969 eine ganzseitige Anzeige in der Los Angeles Times zu schalten

Sie lautete:

„Ihre Leistung ,Mr. Wood, das 1969 World Championship Chili Cook-Off in Terlingua zu gewinnen, ist ein signifikanter Meilenstein im unnachgiebigen Fortschritt in der Kunst der Chilizubereitung. Besonders ehren wir ihren Mut, mit dem sie die traditionelle und orthodoxe Schule des roten Chili con Carne herausfordern. Darum sehen wir es als angemessen an, die Integrität und Fairness der Richter Carrol Shelby, H. Allen Smith, Hamilton Rial, Terlinguas Bürgermeister Dave Witts, Tom Hill und Frank Tolbert zu würdigen.“